Hunde

Das Problem mit der Soja-Maus

©panor156_fotolia & Clker_Free_Vector_Images_pixabayWährend immer mehr Menschen zum Vegetarier werden, ist das beliebteste Haustier in Deutschland, die Katze, für eine solche Ernährung nicht geschaffen. Katzen sind reine Fleischfresser. Und auch der Hund benötigt tierisches Protein. Zwar hat er als Kulturfolger des Menschen gelernt, aus Stärke Kalorien zu gewinnen, aber für Zellerneuerung und Muskelaufbau braucht er Eiweiße und da sind die tierischen für Hunde noch immer am besten verwertbar.

Soja kommt der tierischen Eiweißstruktur noch am nächsten. Durch die Dürreperiode 2018 ging der Ertrag der Rapsernte um 23 % zum Vorjahr zurück und damit steigt die Nachfrage nach Soja auch als Tierfutter weiter an. Gleichzeitig ist China im Handelskrieg mit den USA und hat daraufhin die Sojaeinfuhr aus den USA mit Strafzöllen belegt. Bisher war China der wichtigste Absatzmarkt für Soja-Exporte. Die Sojafarmer der USA mussten die Preise senken, um die Überschüsse los zu werden. Und damit wird Soja zum billigen Import-Artikel für Deutschland. Allein im Juli stiegen die Sojaeinfuhren der EU um 283 % zum Vorjahresmonat an. Doch Soja aus den USA ist zu 94 % gentechnisch verändert und damit auch stark belastet mit Glyphosat.

Doch auch wer gentechnikfreies Soja verfüttert - mit einer Proteinquelle alleine ist es nicht getan. Normalerweise würden unsere Hunde und Katzen über das Blut und die Innereien der Beutetiere sehr viel Eisen, Zink und Kupfer zu sich nehmen. So braucht beispielsweise ein Hund mit nur 25 Kilo Körpergewicht schon genau so viel Eisen wie ein erwachsener Mensch. Bei Kupfer und Zink schafft es der Hund sogar schon auf das Doppelte des Bedarfes im Vergleich zum Menschen. Die Wildleber enthält 5x mehr Eisen, 9x mehr Zink und 20x mehr Kupfer als Erbsen, und auch Soja schafft die hohen Eisenwerte nicht; hinsichtlich Zink und Kupfer sieht es sogar noch schlechter aus. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht fermentiertes Soja einen hohen Gehalt an Phytinsäure enthält. Diese Säure wiederum verringert die Aufnahme von Calcium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink.

Schon bei Menschen kommt es durch die einseitige Ernährung oft zu einem Nährstoffmangel. Das lebenswichtige Vitamin B12 kann durch pflanzliche Nahrung überhaupt nicht abgedeckt werden. Es übernimmt wichtige Funktionen bei der DNA-Synthese, Zellteilung, Blutbildung und im Nervensystem. Wer hier vegan lebt, ist auf künstliche Zusätze angewiesen. Gerade bei Kindern, auch schon während der Schwangerschaft, kann eine Unterversorgung zu mangelhaftem Wachstum und Schäden bei der Gehirnentwicklung führen. Das wird bei unseren Hunden und Katzen nicht anders sein. Im Gegenteil, ihr Bedarf ist der eines Carnivoren (Fleischfresser) und nicht der eines Menschen als Omnivoren (Allesfresser) oder eines Kaninchens.

Bei Katzen kommt erschwerend hinzu, dass sie auf Taurin angewiesen sind. In der Natur bietet die Maus davon reichlich. Das ist auf pflanzlicher Basis nicht zu ersetzen, und Taurin als Zusatzstoff wird in der Regel synthetisch hergestellt.

Bei aller Tierliebe: Gentechnisch manipulierte Futtermittel mit künstlichen Vitaminen ergänzt sind keine Alternative zu artgerechter Fütterung von Fleischfressern. Da sollte man besser darauf achten, dass die Fleischquellen aus artgerechter Haltung stammen.

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