Hunde

Der Hund im Winter

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Gesunder Fellwechsel: Ist mein Hund gut gegen Kälte geschützt?

Die Temperaturen fallen immer weiter und man kuschelt sich warm zuhause ein. Ich ziehe mir meine Winterjacke, meine Handschuhe und die Wintermütze an, um spazieren zu gehen. Wunderbar wärmend schützen sie mich gegen das raue Wetter. Der Ostwind pfeift und ist bitterkalt. Ich denke an all die Tiere in der Kälte und die klugen Strategien von Mutter Erde, um sie dagegen zu schützen: Winterschlaf, den Flug in den Süden, ein Gefieder oder ein Winterfell. Auch unsere Hunde packen sich für die kalte Jahreszeit dick ein und wechseln von Sommer- auf Winterfell. Die Unterwolle und das Deckhaar werden dicker und länger, weisen Kälte und Nässe ab.

In der Ferne sehe ich einen Hund, der freudig umhersaust. Es ist Rocky, ein Appenzeller, der sein Frauchen dabei hat. Auch sie ist eingemummelt. Als wir uns treffen, plauschen wir ein wenig. Rocky sitzt geduldig neben uns und wartet. Nach kurzer Zeit fängt er an zu zittern. Erst da fällt mir auf, dass er für seine Rasse ein sehr dünnes Winterfell hat, das auch nicht wirklich glänzen mag. Seine Besitzerin erzählt mir, dass er immer, egal ob Sommer oder Winter, sehr viel haart und auch nie richtig Winterfell bekommt. Gerade in Zeiten des Fellwechsels sähe das Fell nicht so gut aus. Er friere schnell, obwohl er zu einer Rasse gehöre, die ursprünglich aus einer kalten Region kommt. Sie weiß auch nicht, was der Grund sein könnte, und auch der Tierarzt habe ihr nicht wirklich weiterhelfen können. Auch eine Futterumstellung zu einem „natürlichen“ Trockenfutter habe keine Besserung gebracht. Sie schmeißt einen Ball, damit sich Rocky wieder warmlaufen kann.

Wie kann es sein, dass das Fell nicht richtig wächst? Der Hautstoffwechsel hängt mit der generellen Stoffwechsellage des ganzen Körpers zusammen, also wie der Körper Nährstoffe aufnimmt, in körpereigene Substanz um- und einbaut und wieder abgibt. Das scheint bei Rocky nicht richtig zu funktionieren. Wenn die Haut nicht die Nährstoffe bekommt, die sie braucht, sieht man das am Fell. Zu den Nährstoffen gehören Mineralien, Spurelenelemente, hochwertige Fette und sekundäre Pflanzenstoffe in natürlicher Form. Fertigfuttermittel können diese Vielfalt nicht liefern, weil sie durch die Verarbeitung unter hohem Druck und großer Hitze zerstört werden. Einzelne Nährstoffe werden künstlich ersetzt und haben damit nicht dieselbe Wirkung wie natürliche Nährstoffe. Sie sind weniger bioverfügbar. Zusätzlichen Stoffe, die die Aufnahme in den Körper fördern, fehlen häufig auch. Dann funktioniert der ganze Hautstoffwechsel nicht richtig, das Fell ist stumpf und der Fellwechsel ist schleppend bis unvollständig. Daher friert Rocky auch, seine Haut hat gar nicht genug Fell bilden können.

Seine Besitzerin kann mit einer natürlichen Ernährung viel für ihren Rocky tun. Neben einer Versorgung mit natürlich belassenem Fleisch oder einer Reinfleischdose ist eine organische Mineralisierung als Grundversorgung wichtig. Organisch gebundene Mineralien, Vitamine und Spurenelemente können vom Körper gut aufgenommen werden. Zudem sind für die Haut Omega-3-Fettsäuren wichtig, die antioxidativ wirken, also auch wichtig für den Rest des Körpers sind. Speziell für die Haut -und ganz besonders im Fellwechsel- sind zusätzliche Nährstoffen wie Zink, Biotin und B-Vitamine eine gute Unterstützung.

Gemüse, sei es frisch oder getrocknet, hilft dem Darm, richtig arbeiten zu können. Wichtig ist, dass es nur wenig Stärke und Zucker enthält, um eine Belastung der Bauchspeicheldrüse und der Darmflora zu verhindern. Weil die Darmflora mit dem Stoffwechsel und der Haut in enger Verbindung steht, ist es sinnvoll, sie mit Schafsfeta und mit Kräutern zu unterstützen. Hier kann beispielsweise Thymian, Rosmarin oder Löwenzahn helfen oder eine Mischung mit einer großen Vielfalt an Kräutern, die in Ihrer Gesamtheit dem Körper gut tun.

Wenn sich Fellwechselprobleme zeigen, kann das auch eine Entgiftungsreaktion der Haut sein. Die Stoffe, die in den Körper gelangen, müssen auch wieder raus. Das erledigen hauptsächlich Leber und Niere, aber auch Haut und Lunge. Heutzutage muss der Körper Schwerstarbeit leisten, um richtig entgiften zu können, weil viel mehr unnatürliche Stoffe auf den Körper einwirken als früher. Wenn Leber und Niere es nicht schaffen, hilft die Haut verstärkt mit zu entgiften. Der Hautstoffwechsel kann damit aus dem Gleichgewicht geraten. Auch so kann es zu Haut- und Fellproblemen kommen. Eine Ausleitungskur würde Rocky daher auch sehr gut tun, besonders im Fellwechsel. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie ganz individuell zu Ihrem Tier.

Rocky schnüffelt an den Grasbüscheln am Waldrand und kommt wieder auf uns zu. Seine Besitzerin bedankt sich sehr herzlich, und mir wird dabei ganz warm ums Herz. Nach der Verabschiedung der beiden setze ich meinen Spaziergang fort und freue mich darauf, mich bald in meine Decke einkuscheln und Tee trinken zu können. Ich denke an Mutter Natur, die für alles eine Lösung hat, ob für wohlige Wärme oder ein zu dünnes Fell. Sie weiß den Weg.

Dr. Tina Gebing

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