Hunde

Giardien - ein Wort, das Panik auslöst

Viele Jahre hat man daran gearbeitet, bis noch der letzte Hunde- oder Katzenhalter in Panik gerät, wenn er die Diagnose Giardien hört. Das war ein voller Erfolg.

Bevor Sie weiterlesen, gehen Sie auf die Seite www.artgerecht-tier.de und lesen den Text "Eine total erfundene Geschichte"!

Sie haben eine Kotuntersuchung machen lassen und die Diagnose "Giardien" erhalten. Nun stecken Sie in der Falle. Das Karussell beginnt, sich zu drehen.

Egal, ob Ihr Hund oder Ihre Katze Durchfall hat oder nicht, ob er also Symptome zeigt oder nicht, es gibt Panacur oder Metronidazol. Es folgen die Anweisungen: Alle Stellen, alle Liegeflächen, wo sich das infizierte Tier aufgehalten hat, müssen unbedingt mit Heißdampf oder chemischen Mitteln desinfiziert werden; alle Kissen, alle Polster müssen in die Waschmaschine, und nicht nur einmal. Ein Riesenaufwand. Da kann man schon verzweifeln.

Genau das ist die Methode, wie man Panik schürt. Was da verordnet und angeordnet wird, darf nicht in Zweifel gezogen werden, es ist die absolute Wahrheit, die einzige Lösung des Problems. Es gibt noch einen drauf: Sie können sich selbst mit Giardien infizieren. Ja, das ist möglich, passiert aber nur in sehr seltenen Fällen. Da möchte man doch am liebsten sein Haustier gleich abschaffen.

Gut informiert, ist besser. Lesen Sie hier, was Sie - kurz und übersichtlich - über Giardien wissen sollten:

Giardien, Giardia lamblia, leben in zwei verschiedene Stadien, als Trophozoiten und als Zysten. Die Trophozoiten heften sich an der Darmwand an und leben dort vom Schleim des Dünndarms und dem Nahrungsbrei, vor allem von Kohlenhydraten. Sie sind die fruchtbare Form und bilden die Zysten.
Sie werden als Zysten mit dem Kot ausgeschieden und über das Wasser oder Futter von anderen Tieren aufgenommen. Gelangen sie in den Verdauungstrakt, verwandeln sie sich im Dünndarm zu Trophozoiten, setzen sich dort fest und es kann zu den bekannten Symptomen kommen.

Trophozoit, fruchtbare Form der Giardien im Darm:

©wikipediaMan schätzt, dass bis zu 70% aller Hunde infiziert sind. Das wird vermutlich schon immer so gewesen sein, nur konnte man es früher nicht genau nach-weisen. Hat ein Hund erst einmal Giardien, wird er sie ein Leben lang nicht mehr los, so unsere Erfahrungen. Er muss lernen, mit ihnen in Frieden zu leben.

Giardien sind Einzeller, die keine Mitochondrien beherbergen. Sie können also keine Energie durch Verbrennen von Zucker mit Sauerstoff gewinnen, wie wir das tun und unsere Tiere auch. Sie gewinnen Energie auf anaerobem Weg durch Vergärung, also ohne Sauerstoff. Dieser Gärungsweg der Energie-gewinnung, den übrigens auch die aggressiven Krebszellen gehen, liefert nur ein 19tel der Energie gegenüber dem aeroben Weg. Giardien brauchen also zum Selbsterhalt und für die Vermehrung riesige Mengen Zucker.

Den kriegen sie bei der heute üblichen Fütterung reichlich geliefert: Trockenfutter. In jedem dieser Futter sind mindestens 20 % Stärke enthalten, oft mehr. Aus Stärke wird im vorderen Dünndarm von Hund und Katze durch das Enzym Amylase und durch Darmsymbionten Zucker, den die Giardien benötigen.

Schon die meisten Welpen bekommen diese Trockenfutter, kaum dass sie selbst fressen können, und es sind vor allem Welpen und junge Hunde, die erkranken. Die meisten erwachsenen Hunde werden mit Trockenfuttern ernährt. Diese Futter schaffen also für Giardien ideale Lebensbedingungen. Jeder Veterinär weiß das oder müsste es wissen.

Auf dem Etikett der Verpackungen finden Sie in aller Regel keinen Hinweis auf die enthaltene Stärkemenge, denn die Stärke muss nicht deklariert werden. Man kriegt die ungefähre Zahl nur heraus, wenn man die Analysewerte und die Zusammensetzung gemeinsam betrachtet. Brauchen Sie Hilfe, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns! Häufig ist der Anteil Stärke auch in Dosenfutter sehr hoch.

Um eine akute Giardiose festzustellen, brauchen Sie keine Laborunter-suchung. Das können Sie sehen und riechen. Der Kot ist schleimig, dünn und stinkt erbärmlich faulig süß, ein bisschen nach Leiche. Meist erscheinen die befallenen Tiere nicht sonderlich krank. Das kann aber auch anders sein. Dann treten starke Symptome auf wie Bauchschmerzen, Krämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit. Wird es extrem schlimm, kommt es zu Fieber, Schüttelfrost und Gewichtsverlust. Am Blutbild kann man das nicht erkennen.

Viele Hunde und Katzen (auch Meerschweinchen, Kaninchen, Chinchillas) sind Träger der Trophozoiten, also der vermehrungsfähigen Form, und scheiden Zysten aus, die Dauerform. Deshalb kann man sie im Kot häufig nachweisen, auch wenn die Tiere keinen Durchfall haben, also nicht krank sind. Die Abwehrzellen des Immunsystems halten sie in Schach. Das schaffen die Abwehrzellen bei vielen anderen Mikroben ja auch. Wenn man allerdings die Anwesenheit einer Mikrobenart als Krankheit definiert, wie das ständig geschieht, hat man immer einen Grund, mit Medikamenten einzugreifen. Und weil ein mit Giardien infizierter Hund diese sein Leben lang nicht mehr loswird - so unsere Erfahrung - müssten man ständig diese Mittel einsetzen. Sie sehen, wohin falsches Denken führt.

Früher haben wir uns mit der Ernährung und Gesunderhaltung von Geflügel befasst, das häufig an Trichomonaden erkrankte. Diese Lebewesen sind enge Verwandte der Giardien. Wir haben zur Abwehr dieser Erreger hochwirksame Produkte auf der Basis von Bartflechte und Ringelblume entwickelt und deren Wirksamkeit durch eine wissenschaftliche Studie an der Universität Leipzig absichern lassen. Über 95 % der Trichomonaden wurden durch den Bartflechtenextrakt getötet.

Diese Erfahrungen haben wir auf Giardien, die ja den Trichomonaden stark ähneln, übertragen. Darüber wird es demnächst eine weitere wissenschaftliche Studie geben. Erfahrungen und überragende Erfolge haben wir allerdings seit Jahren ständig erzielt. Offensichtlich wird das Milieu im Darm derart verändert, dass die Lebensbedingungen für Giardien extrem verschlechtert werden.

Ein weiteres hochwirksames Mittel zum Schutz der Darmschleimhaut sind die Immunglobuline des Typs A, enthalten im hochgereinigten Rinderkolostrum, gewonnen aus Milch des ersten Tages nach der Geburt eines Kalbes. Die IgAs blockieren das Anheften an der Darmwand.

Wie Sie bei Giardien vorgehen sollten, lesen Sie hier: http://bit.ly/PerNaturam_Giardienbefall

Klaus-Rainer Töllner

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Ein möglicher Weg…

Giardien können sich im Darm ausbreiten, wenn sehr viel Stärke oder Zucker gefüttert wird oder das Immunsystem zu schwach ist, um sich zu wehren. Die übliche Vorgehensweise von Tierärzten ist die Verabreichung eines Antibiotikums (Metronidazol) oder einer Wurmkur (Panacur). Was im Darm dann passiert, ist eine Verdrängung der Giardien, jedoch keine vollständige Eliminierung. Weil durch beide Mittel die Darmflora geschädigt wird, wird das Immunsystem geschwächt. Lebenswichtige Bakterien, die Eindringlinge im Darm verdrängen, werden abgetötet. Übrig gebliebene Giardien haben damit die Chance, sich umso schneller zu etablieren. Die Giardiose kann wiederholt auftreten.

Eine auf Dauer verschobene Darmflora kann zu Darmentzündungen (Inflammatory Bowel Disease, IBD) oder zum Leaky-Gut-Syndrom führen. Bei Letzterem sind die Verbindungen zwischen den Darmzellen zerstört, so dass aufgenommene Stoffe (z.B. Nahrung, Pollen) in die Darmwand gelangen. Und das unverdaut, nicht wie üblich aufgeschlossen. Das Immunsystem schlägt Alarm auf die eingedrungenen Stoffe. Es können sich dadurch Allergien entwickeln auf alles, was der Hund aufnimmt.

Des Weiteren belasten chemische Mittel Leber und Niere stark, was zu Problemen führen kann. Ist die Leber überlastet, entgiftet der Körper verstärkt über die Haut. In der Folge kommt es zu Juckreiz, Rötungen, Pusteln, Hot Spots oder aufgebissenen Pfoten. Auch Ohrprobleme wie Entzündungen oder vermehrter Ohrenschmalz, der die Nahrungsgrundlage für Milben, Hefepilze und Malassezien ist, treten auf.

Sowohl bei Allergien als auch bei Hautproblemen wird dann oft zum letzten Mittel – dem Cortison – gegriffen. Zunächst werden die Probleme besser, denn das Immunsystem wird unterdrückt. Da aber die Ursache nicht behoben und viele Stoffwechselprozesse unterdrückt werden, ist eine echte Heilung so nicht erreichbar.

Dr. Tina Gebing

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