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Wintergemüse und Obst: Eine gesunde Zutat im Futter

©moreharmony_pixabay.comFrisch geerntetes Gemüse und Obst ist eine gesunde Futterzugabe für Hunde und Pferde. Das Problem ist, dass manches nur saisonal zu bekommen ist.

Sommer und Herbst haben viel zu bieten: Gesundes und schmackhaftes Gemüse und Obst, frisch vom Feld oder von der Pflanze. Aber im Winter? Ja, auch da hält die Natur Gemüse bereit, das im Napf oder Trog willkommen ist. Es gibt eine reiche Auswahl für Hunde und Pferde; ganz frisch oder frisch im Lager. Und es muss nicht immer nur die Möhre sein.

Hunde benötigen Gemüse hauptsächlich als Ballaststoff zur gesunden Darmbewegung und Analdrüsenentleerung. Sie verwerten die Nährstoffe nicht wie reine Pflanzenfresser, denn sie sind keine. Alle überlebenswichtigen Nährstoffe beziehen sie aus tierischen Komponenten. Dennoch ist frisches Gemüse ein wichtiger, zusätzlicher Nährstofflieferant. Die sekundären Pflanzenstoffe leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit des Hundes.

Für Hunde eignen sich als Wintergemüse frisch geraspelte oder leicht gedünstete Wurzelgemüse wie Pastinake, Topinambur, Sellerieknolle, Rote Beete, Petersilienwurzel, Steckrüben und Schwarzwurzel. Wintersalate wie Endiviensalat, Chicorée und Feldsalat bereichern den Futterplan ebenso wie ein wenig Kürbis und Kräuter. Harte Kohlsorten wie Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl und Wirsing sollten gedünstet werden, da sie bei manchen Hunden blähen können. Geringe Mengen an Chinakohl, Kohlrabi und Blumenkohl sind meist roh verträglich. Dabei gilt: Um die Verträglichkeit zu testen, ist anfangs nur eine geringe Menge empfehlenswert, die nach und nach gesteigert werden kann. Ein wenig Obst wie z.B. Äpfel oder Birnen können gegeben werden. Ein paar selbst gesammelte Hagebutten oder Beeren liefern zusätzliche Nährstoffe, besonders Vitamin C und Antioxidantien. Sie können zur Lagerung schonend getrocknet werden; es gibt sie aber auch als Pulver oder in Mischungen. Die Kerne der Hagebutten wirken entwurmend.

Pferde können die Nährstoffe als Pflanzenfresser besser aufschlüsseln. In der Natur fressen Pferde mehr Gemüse als Hunde. Wurzelgemüse wie Rote Beete, Möhren und Steckrüben werden gern gefressen. Dennoch ist unbedingt zu beachten, dass es von Wildpferden im Winter besser vertragen wird als von unseren Hauspferden: Der gespeicherte Zucker bzw. Stärke in den Wurzeln sind für sie ein wichtiger Energielieferant, um nicht zu verhungern. Dieser Gefahr sind unsere Pferde nicht ausgesetzt: Sie haben nährendes Heu, Kraftfutter oder andere Energiequellen zur ständigen Verfügung. Kommt nun eine große Menge kalorienreiche Wurzeln hinzu, kann das zu viel sein. Daher sollte die Menge für ein gesundes Pferd auf ein Stück täglich beschränkt werden.

Dasselbe Problem zeigen Beeren und Obst wie Äpfel, Bananen oder Birnen; auch sie sind zuckerhaltig und daher zu begrenzen. Einen niedrigeren Zuckergehalt haben der weiße Rettich, Schwarzwurzel, Topinambur, Pastinake und die Sellerieknolle als Wintergemüse; auch Salatgurke und Fenchel können gegeben werden. Hagebutten sind für Pferde eine ebenso gute Vitalstoffquelle wie für Hunde, maximal eine Handvoll für ein ausgewachsenes Pferd. Kräuter wie z.B. Thymian, Salbei oder Oregano unterstützen auch im Winter die Darmflora. Jegliche Kohlsorten sollten Pferden wegen der Blähungs- und damit Kolikgefahr nicht oder nur sehr wenig gegeben werden.

Alternativ zur frischen Gemüse- und Obstfütterung können getrocknete Gemüse, Obst und Kräuter angeboten werden. Wichtig dabei ist, dass die Rohstoffe schonend getrocknet wurden, um die Nährstoffe weitestgehend zu erhalten.

Essentiell bei beiden Tierarten ist die Abwechslung. Denn Vielfalt ist bei der Fütterung immer ein Muss: Einseitige Ernährung kann zu einem Zuviel oder Zuwenig bestimmter Nährstoffe führen. Und auch der Winter hat eine ausreichend große Vielfalt zu bieten.

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