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Katzen und der Sommer

Unsere Hauskatzen stammen von der afrikanischen Falbkatze (Felis silvestris lybica) ab, sie sind ursprünglich also Wüstentiere. Deswegen sollte man denken, dass ihnen die hohen Sommertemperaturen nicht zu schaffen machen. Doch dem ist nicht so. Gerade Katzen droht die Gefahr einer Dehydrierung, einer Austrocknung.

Als Wüstentiere sind sie es gewohnt, ihren Wasserbedarf größtenteils über die Nahrung zu decken. Fatalerweise weichen viele Besitzer, gerade im Sommer, auf das angeblich praktische Trockenfutter aus, kann man es doch länger unbeschadet stehen lassen. Dieses enthält aber, anders als Frischfleisch, nur noch einen ganz geringen Feuchtigkeitsanteil. Der Wasserbedarf einer Katze liegt bei 40-50 ml Wasser pro Kilo Körpergewicht, eine 4 Kilo schwere Katze braucht also 160-200 ml Wasser pro Tag. Das kann sie mit ca. 200 g Feuchtnahrung auch abdecken, denn dieses enthält meist um die 80 % Feuchtigkeit. In 200 g Nassnahrung sind somit 160 ml Wasser enthalten. Trockenfutter enthält meist unter 10 % Feuchtigkeit und dann müsste die Katze noch fast ein Wasserglas dazu trinken.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Katzen bei hohen Temperaturen weniger bewegen. Das erscheint auch erstmal vernünftig, schont doch das chillen im Schatten Herz und Kreislauf. Es führt aber auch zu weniger Appetit und die meisten Katzen fressen im Sommer deutlich weniger als im Winter. Schnell rutschen sie dann unter die benötigte Menge an Flüssigkeit und dehydrieren.

Zudem muss man bedenken, dass der Blutanteil bei Katzen bezogen auf ihr Körpergewicht eh schon gering ist. Während bei Hunden die Blutmenge 8-9 % des Körpergewichtes ausmacht, sind es bei der Katze gerade mal durchschnittlich 5 %. Unsere 4 Kilo Katze kommt damit gerade mal auf 200 ml Blut. Wassermangel, durch zu wenig Trinken oder Durchfall, kann schnell den Kreislauf in die Knie zwingen und zu einer lebensbedrohlichen Situation werden.

Wenn ihre Katze dehydriert ist, kann sich dies in folgenden Symptomen äußern:

  • Trockenes Zahnfleisch
  • Eingesunkene Augen
  • Schnelle und flache Atmung
  • Desinteresse an der Umgebung

Bei Verdacht auf eine Austrocknung, sollte man eine Hautfalte an der Schulter oder am Hals mit zwei Fingern leicht abziehen. Die Hautfalte muss sich sofort wieder glätten und darf nicht erst „zusammengeklebt“ stehen bleiben. Man nennt das den Turgor-Test. Auch hilfreich, aber nicht bei allen Katzen praktikabel, ist der sogenannte KFZ-Test. Hier geht es um die kapillare Rückfüllzeit. Drückt man einen Finger gegen das Zahnfleisch der Katze, dann entfärbt sich dieses durch Verdrängen des Blutes und wird blass-weiß. Innerhalb von ein bis zwei Sekunden muss es seine normale rosa Farbe wieder erlangen. Ansonsten kann der Kreislauf schon stark beeinträchtigt sein. Sofortiges Anbieten von lauwarmem Wasser, oder besser noch einer Elektrolytlösung, kann helfen. Sollte das Tier schon zu geschwächt sein, sind eventuell Infusionen nötig.

Besser ist es, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Deswegen bieten Sie ihrer Katze ausschließlich Nassfutter an. Sollte sie nicht ausreichend davon fressen, können Sie es noch mit etwas Wasser oder (selbstgemachter) Hühnerbrühe ergänzen. Auch ein kleiner Schluck Katzenmilch mit Wasser verdünnt kann hilfreich sein. Hier sind aber oft künstliche Vitamine zugesetzt. Ein kleiner Schluck Milch mit Wasser oder verdünnter Thunfischsaft wird von den meisten Katzen auch gut vertragen. Trinkbrunnen werden gerne angenommen, müssen aber täglich mit frischem Wasser gefüllt werden. Überhaupt gilt die Regel, dass die Wasserstelle nicht direkt neben der Fressstelle sein sollte. Bei hohen Temperaturen macht es zusätzlich Sinn, Herz und Kreislauf zu unterstützen. So gestärkt kommt ihre Katze gut über den Sommer.

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