Kräuterlexikon Tiermedizin

Weihrauch

Botanischer Name

Boswellia serrata

Indikationen / Anwendungsgebiete

  • Atemwege
  • Bewegungsapparat
  • Haut
  • Magen-Darm & Verdauung
  • Maul & Rachen

Familie

Balsambaumgewächse (Burseraceae)

Verwendete Pflanzenteile

Weihrauch ist das Harz des Weihrauchbaumes, das durch Anritzen der Rinde gewonnen wird.

Vorkommen

Weihrauchbäume kommen in verschiedenen Ländern vor. Durchgesetzt haben sich der arabische Weihrauch, Boswellia sacra, der im Süden Omans vorkommt, und der indische Weihrauch, Boswellia serrata, der auch im Europäischen Arzneibuch geführt wird und therapeutisch eher ingesetzt wird, als der arabische Weihrauch.

Erntezeit

Etwa im April wird mit dem Anritzen von Bäumen und Ästen begonnen. Nach einigen Wochen können die ersten Harzperlen geerntet werden, wobei diese erste Ernte in der Regel eher minderwertig ist. Die Qualität steigt in den späteren Ernten im Jahr.

Die Erntemenge liegt je Baum - in Abhängigkeit von Größe, Zustand und Alter des Baumes - zwischen 3 und 10 kg jährlich.

Der weltweite Bestand an Weihrauchbäumen ist leider stark bedroht!

Wichtige Inhaltsstoffe

Weihrauch besteht aus einem Gemisch aus ätherischen Ölen, Harzen, Schleim und Proteinen, deren Mengen artabhängig schwanken. Der Anteil an reinem Harz beträgt etwa 50 bis 70 %.
So enthält  der Indische Weihrauch:
•    circa 5 – 9 % ätherisches Öl
•    circa 15 – 16 % Harzsäuren - vor allem Boswelliasäuren
•     circa 20 % Schleimstoffe

Anwendungsbereiche

Wundreinigung und -desinfektion, Rheuma und Gicht, Arthrosen, Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Allergien

Anwendung in der Tiermedizin

Gelenkbeschwerden (z. B. Arthrosen), Erkrankungen in Maul und Rachen, Atemwegserkrankungen, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, bestimmte Allergien.

Volkstümliche traditionelle Anwendung

Als Vorläufer der heutigen Antibiotika und Kortikoide: Wundversorgung, Rheuma und Gicht, Bewegungsapparat, Verdauungsprobleme, Steigerung der Lern- und Gedächtnisleistung, Erkrankungen der Haut wie Ausschläge, Geschwüre oder auch Furunkel.

Verwechslungen & Verfälschungen

Die Sorte und Erntezeitpunkt entscheiden über den erfolgreichen therapeutischen Einsatz.

Zubereitung

Weihrauch wird in der Regel als Pulver in Kapseln verabreicht. In der Tierheilkunde sollten möglichst kleine Harzperlen und das Futter gemischt werden. Alternativ empfiehlt sich die Auflösung der Perlen in Flüssigkeit und unter Umständen Verabreichung per Maulspritze.

Dosierung

Die genaue Dosierung hängt vom individuellen Krankheitsbild und der jeweiligen Gesamtsituation ab. Bitte sprechen Sie die Dosierung für Ihr Tier mit Ihrem Arzt, THP oder Phytotherapeuten ab.

Zusätzliche Informationen

Der Weihrauch hat bereits seit etwa 9.000 Jahren einen festen Platz in verschiedenen Heilkunden.

Bereits im alten Ägypten wurde der Weihrauch in verschiedenen Salben verarbeitet und zur Wundversorgung (Reinigung und Desinfektion) verwendet.

Griechisch-römische Ärzte wie Hippokrates setzten ihn ebenfalls zur Wundversorgung, aber auch bereits bei Erkrankungen der Atemwege und bei Verdauungsproblemen ein.

Die traditionelle Heilkunde Ostafrikas griff auf den Weihrauch bei zu geringer Harnausscheidung, Magenleiden sowie der Behandlung von Syphilis und Bilharziose zurück.

Die indische Ayurvedamedizin verwendet den Weihrauch hauptsächlich bei Problemen im Bewegungsapparat.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ordnet Weihrauch dem Leber-Kreis zu, tatsächlich kann Weihrauch die Leber bei hohem Medikamenten-Einsatz schützen.

Die klassische europäische Naturheilkunde verwendete Weihrauch hauptsächlich ebenfalls zur Wundversorgung, bei Hautproblemen und bei beschwerden im Bewegungsapparat (Rheuma).

Mit dem Aufkommen der chemische Präparate um 1880 wurde der Weihrauch leider in den Hintergrund gedrängt und geriet alsbald in Vergessenheit.