Natürliche Nahrungsergänzungsmittel

Mönchspfeffer – eine uralte Heilpflanze

Seit Jahrtausenden ist der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus; auch Keuschlamm, Keuschbaum) als Heilpflanze bekannt. Schon im Altertum wurden seine Blätter, Blüten, Früchte und Samen medizinisch eingesetzt: Bei Verletzungen, Blähungen und vor allem bei Frauenleiden wie dem prämenstruellen Syndrom, Menstruations- und Fruchtbarkeitsstörungen, Wechseljahrsbeschwerden usw. nutzte man die fleischigen Früchte des Mönchspfeffers. Aufgrund ihres würzigen Geschmacks dienten die Früchte zudem als Pfefferersatz.
Auch heutzutage gilt der Mönchspfeffer als eine der besten Heilpflanzen zur Behandlung typischer Frauenerkrankungen, entsprechend auch bei Tieren.
Die ausgleichende Wirkung des Mönchspfeffers auf das Hormonsystem und auf die Psyche (beruhigend, stimmungsaufhellend) beim Menschen und beim Tier ist mittlerweile durch Studien gut belegt. Da Mönchspfeffer den Hormonhaushalt eben auch bei Pferden positiv beeinflusst und reguliert, kann er erfolgreich bei Stuten in Dauerrosse eingesetzt werden, aber auch bei Hengsten bzw. hengstigen Wallachen mit starkem (den Menschen störenden) Geschlechtstrieb.

Der Mönchspfeffer zählt zur Familie der Eisenkrautgewächse aus der Ordnung der Lippenblütlerartigen. Diese Pflanze kann ein 3 bis 5 Meter hoher Strauch werden und ist vom Mittelmeerraum bis nach Nordindien verbreitet.

Warum die Bezeichnung ‚Mönchspfeffer‘?

Im Mittelalter wurde der Mönchspfeffer bekannt als Mittel zur Dämpfung der Liebeslust. Deshalb tranken viele Mönche und Nonnen in den Klöstern Tee, zubereitet aus diesem Heilkraut.

Die pharmakologische Wirkung des Mönchspfeffers wird zurückgeführt auf das Zusammenwirken aller seiner Inhaltsstoffe und nicht auf einen einzelnen Wirkstoff. Die Inhaltsstoffe sind ätherische Öle (antientzündlich, antimikrobiell, schleimlösend), antioxidativ wirkende Flavonoide, adstringierende Gerbstoffe, antimikrobiell wirkende Iridoide und Diterpene. Letztere spielen eine besondere Rolle in Hinblick auf den Hormonhaushalt:
Diterpene binden an die sog. Dopamin-Rezeptoren im Gehirn und wirken somit wie Dopamin. Dieser Nervenbotenstoff hemmt die Ausschüttung des Hormons Prolaktin, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird und zahlreiche Funktionen besitzt: Unter anderem Auslösen des Brutpflegeinstinkts, Wachstum der Brustdrüse während der Schwangerschaft/Trächtigkeit, Milchsekretion während der Stillzeit. Ein zu hoher Prolaktinspiegel kann zu den typischen Frauenbeschwerden führen, zu Unfruchtbarkeit, zu Dopaminmangel, psychischen Erkrankungen und bei Männern zu Testosteronmangel, Impotenz, Libidostörungen.
Wegen seiner Dopamin ähnlichen Wirkung senkt Mönchspfeffer die Prolaktinkonzentration im Blut und reguliert auf diese Weise das hormonelle Gleichgewicht, bei Tieren wie bei Menschen.

Mönchspfeffer wird, zusammen mit dem Standardmedikament Pergolid, auch zur unterstützenden Behandlung beim Equinen Cushing Syndrom (ECS) des Pferdes eingesetzt.
Pergolid (zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung beim Menschen) wurde übrigens 2007 in den USA vom Markt genommen, da dieses Medikament Herzklappenerkrankungen beim Menschen verursachte. In Europa darf Pergolid weiterhin eingesetzt werden, allerdings unter ‚verschärften‘ Bedingungen: Patienten müssen vor und während der Medikation regelmäßig auf Herzklappenveränderungen untersucht werden.
Könnten denn nicht auch Pferde, die ja oftmals lebenslang mit Pergolid (Prascend) behandelt werden, unter derartigen Nebenwirkungen leiden? Kein Tierarzt kontrolliert unter dieser Medikamentengabe regelmäßig die Herzfunktion des betroffenen Pferdes…

Studienergebnisse zur kombinierten Pergolid/ Mönchspfeffer-Therapie ergaben zwar keine Verbesserung der ACTH-Werte und keine Normalisierung des Insulin- bzw. Cortisolspiegels, welche letztendlich die klinischen Symptome der Cushingerkrankung auslösen (Hirsutismus, Hufrollenentzündung usw.). Allerdings blühten die erkrankten Pferde, die zusätzlich mit Mönchspfefferextrakten behandelt wurden, deutlich auf: Sie bekamen mehr Energie, waren interessierter an ihrer Umwelt, ihre Stimmung hellte auf und sie wurden wieder lebensfroher.
Solche positiven psychischen Veränderungen sind doch eine wunderbare Grundlage für tiefer gehende Heilprozesse.

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