Erfolgreich Clickern mit allen Tieren

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Clickertraining sollte in keinem modernen, tierschutzgerechten Training fehlen, denn das Training basiert auf positiver Verstärkung. Es erleichtert nicht nur die Ausbildung, sondern stärkt zugleich Kommunikation und Bindung zwischen Mensch und Tier. Der große Vorteil dieser Trainingsart liegt dabei in der Präzision. Denn während das Lob über die Stimme vom Befinden oder emotionalen Zustand des Trainers abhängen kann, ist das Klickgeräusch stets gleich neutral und ermöglicht eine punktgenaue Rückmeldung. Dadurch wird das Training nicht nur effizienter, sondern auch fairer und verständlicher für das Tier.

Clickern Summary

Was ist Clickertraining?

Clickertraining ist eine Trainingsmethode, bei der ein kleines Gerät aus Metall, der sogenannte Clicker oder auch „Knackfrosch“, ein kurzes Geräusch (Click) erzeugt. Der Click markiert dabei exakt den Moment, in dem das Tier ein gewünschtes Verhalten zeigt. Auf jeden Click folgt eine Belohnung, so dass das akustische Signal des Clicks als Marker zur positiven Verstärkung dient. Als positive Verstärkung bezeichnet man einen Reiz, der die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein erwünschtes Verhalten vom Tier immer wieder gezeigt wird. Clickertraining kann grundsätzlich bei allen Tierarten durchgeführt werden, die Zusammenhänge erkennen können und auf Belohnungen reagieren. Es wird daher nicht nur bei unseren klassischen Haustierarten Hund, Katze oder Pferd eingesetzt, sondern auch bei Zoo- und Wildtieren. Auch Vögel wie Hühner und Wachteln reagieren positiv auf das Training mit dem Clicker. Es erlaubt nicht nur die sinnvolle Beschäftigung dieser Tierarten, sondern verbessert auch die praktische Zusammenarbeit zwischen Tier und Halter. Bei empfindsamen Tieren kann es allerdings nötig sein, einen leisen Clicker zu wählen. Der Handel hält entsprechende Clicker bereit, bei denen die Lautstärke eingestellt werden kann.

Die Grundlagen des Lernens verstehen

In jeder Alltagssituation findet Lernen statt, denn neben den Menschen sind auch viele Tiere Meister darin, Zusammenhänge zu erkennen. Sie verknüpfen Handlungen mit Konsequenzen und entwickeln daraus Strategien, die ihnen Vorteile bringen oder unangenehme Situationen vermeiden helfen. Dabei spielen verschiedene Lernformen eine Rolle, insbesondere die klassische und die operante Konditionierung. Wer erfolgreich mit seinem Tier arbeiten möchte, sollte die Grundlagen dieser beiden Lerntheorien verstehen, denn das Clickertraining basiert auf einer Kombination dieser beiden Formen der Konditionierung.

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Die klassische Konditionierung: Der Einstieg ins Clickern

Diese passive Form des Lernens beschreibt die Verknüpfung zweier Reize, sie wird zu Beginn des Clickertrainings genutzt. Ein ursprünglich neutraler Reiz erhält durch wiederholte Kopplung mit einem unbedingten (natürlichen) Reiz eine neue Bedeutung. Ein sehr bekanntes Beispiel hierfür ist das Experiment des russischen Forschers Iwan Pawlow, von dem sicherlich jeder im Biologieunterricht schon mal gehört hat. Ein Hund hört eine Glocke, welche zunächst einen neutralen Reiz darstellt. Nach dem Glockenton bekommt er das Futter, welches für den Hund einen natürlichen, nicht zu beeinflussenden Reiz (Speichelfluss) darstellt. Nach mehreren Wiederholungen löst bereits das Ertönen der Glocke Speichelfluss beim Hund aus, die Glocke ist nun zu einem konditionierten Reiz geworden.

Auch beim Clickern ist das Clickgeräusch anfangs völlig bedeutungslos. Erst durch die wiederholte Kopplung „Click – Futter“ wird es für den Hund relevant. Der Click kündigt zuverlässig eine Belohnung an. Er wird zu einem sogenannten konditionierten oder sekundären Verstärker. Dieser Aufbauprozess ist klassische Konditionierung. Ein neutraler Reiz (Click) wird mit einem primären Verstärker (Futter) verknüpft, bis er selbst eine positive Erwartungshaltung auslöst.

Die operante Konditionierung: Lernen durch Konsequenzen

Sobald in der klassischen Konditionierung die Verknüpfung gefestigt ist, kommt die operante Konditionierung als zweiter Lernmechanismus ins Spiel. Hier steht eher das Verhalten des Hundes im Mittelpunkt, denn die operante Konditionierung sorgt dafür, dass eine vom Tierbesitzer gewünschte Handlung gezielt abgefordert werden kann. Wenn sich der Hund zum Beispiel in einem aufgeregten Moment hinsetzen soll, erfolgt in genau dem Moment des Absetzens der Click und auf den Click folgt die Belohnung. Die Handlung des Absetzens wird dadurch verstärkt, weil es eine angenehme Konsequenz hat. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund dieses Verhalten in Zukunft häufiger anbietet und sich in einem aufregenden Moment von allein hinsetzt.

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Clickern im Alltag: Komplexe Verhaltensweisen trainieren

Mit dem Clicker lassen sich nicht nur einfache Verhaltensweisen trainieren, sondern auch komplexe Abläufe und ganze Verhaltensketten. Allerdings müssen diese dann in kleine Schritte zerlegt und nacheinander aufgebaut werden. Soll zum Beispiel im Rahmen des Medical Trainings die Blutentnahme am Vorderbein geübt werden, dann wird in einem ersten Schritt das Stillhalten auf dem Tisch mit dem Click belohnt. Wird dies sicher beherrscht, kann das Umlegen einer Stauschlinge trainiert werden. So wird das Tier in vielen Einzelschritten an die Blutentnahme herangeführt, die das eigentliche Trainingsziel darstellt. Die Anforderung sollte bei komplexen Verhaltensketten erst gesteigert werden, wenn der Hund den vorangehenden Schritt sicher beherrscht. So lassen sich auch anspruchsvolle Aufgaben stressfrei trainieren, ohne beim Tier Frust oder Überforderung auszulösen.

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Die wichtige Rolle der Belohnung

Beim Clickern kommt es nicht nur auf Tempo und Timing an. Die Qualität der Belohnung entscheidet maßgeblich darüber, wie motiviert und konzentriert ein Tier im Training bleibt. Eine Belohnung muss schnell parat, gut schluckbar und leicht verdaulich sein. Das Tier sollte nicht lange kauen müssen, damit es sofort wieder konzentriert und einsatzbereit ist. Bei einer hohen Anzahl an Belohnungen muss auch die Menge bedacht werden, da diese sich während eines Trainings summieren und durchaus auch mal eine Mahlzeit ersetzen kann. Es sollten daher hochwertige und vor allem kleine Leckerlies gegeben werden. Diese müssen dann aber ausreichend attraktiv sein, vor allem bei Ablenkung von außen. Bei Hunden und Katzen eignen sich schnittfeste Belohnungswürste besonders gut, da diese ganz einfach in kleine Würfel geschnitten werden können. Aber auch klein geschnittene Hühnerherzen oder Käsewürfel können verwendet werden. Getrocknete tierische Produkte sind beim Clickern weniger empfehlenswert, da sie im Magen aufquellen können und durch die oft schnelle Abfolge an Belohnungen auch eine hohe Eiweißzufuhr bedingen. Pferde, aber auch Kaninchen und Meerschweinchen freuen sich über Karotten- und Apfelstücke, die auch als Pellets gereicht werden können. Für Hühner und Wachteln können Mehlwürmer und Fliegenlarven als besonders nahrhafte Belohnung dienen.

Tipp: Ein besonders schmackhafter „Jackpot“ verbessert bei allen Tierarten Stimmung, Konzentration und Motivation bei besonders herausfordernden Trainingseinheiten.

Wenn Clickern nicht genügt: Targettraining

In der Praxis wird für das Erlernen komplexer Abläufe im Clickertraining oft ein sogenanntes Target eingesetzt. Hierbei handelt es sich meist um einen Stab, an dessen Ende sich eine kleine Kugel befindet. Das Tier lernt zunächst, das Target zu berühren und ihm zu folgen. Dieses Verhalten wird mithilfe des Clickers markiert und belohnt. Sobald ein Tier gelernt hat, einem Target zu folgen, kann dieses gezielt eingesetzt werden, um neue Bewegungen oder Positionen aufzubauen. Der Mensch kann das Tier beispielsweise an einen bestimmten Ort führen, es über eine Treppe oder auf ein Podest schicken und bestimmte Körperhaltungen trainieren. Gerade bei berührungsempfindlichen Tieren hilft das Target, Bewegungen gut verständlich zu lenken, ohne das Tier körperlich führen oder berühren zu müssen. Oft wird die Kombination aus Clicker und Target beim Medical Training eingesetzt, damit Zoo- und Wildtiere freiwillig bestimmte Körperteile einem Tierarzt präsentieren. Aber auch unsere Haustiere profitieren von dieser effektiven Art des Trainings, das nicht nur die geistige Auslastung fördert, sondern auch Bindung und Vertrauen stärkt.

Fazit zum Clickertraining

Das Training mit dem Clicker hat bei richtiger Durchführung ausschließlich Vorteile und kann bei vielen Tierarten eingesetzt werden. Das Tier lernt dabei angstfrei und mit Freude, so dass einer lebenslangen vertrauensvollen Partnerschaft nichts im Wege steht.

Quellen

  • Verhaltensmedizin bei der Katze – Leitsymptome, Diagnostik, Therapie und Prävention. Dehasse J, Schroll S, Hrsg. 4., unveränderte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2025. doi:10.1055/b000001162
  • Kleintiere stressarm behandeln. Schneider B, Döring D, Ketter D, Hrsg. 2. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. doi:10.1055/b-006-161629
  • Verhaltensmedizin bei Hund und Katze. Schneider B, Ketter D, Hrsg. 1. Auflage. Stuttgart: Schattauer GmbH; 2016. doi:10.1055/b-005-148984

Weiterführende Literatur

  • Clicker-Training für Pferde: Präzise loben - motiviert lernen. Schöning B, Franckh Kosmos Verlag; 2019. ISBN: 9783440162378
  • Katzen-Clickertraining: So klappt der Trick mit dem Klick. Rüssel K, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; 2014. ISBN: 978-3833838002
  • Clickertraining für Hühner: Positives Verhalten bestärken, perfektes Timing lernen. Keyes G, Verlag Eugen Ulmer; 2020. ISBN: 9783818610340
  • Mit Klickertraining zum gelassenen Hund: Wie du deinen Hund mit einfachen Übungen liebevoll erziehst und eure Mensch-Hund-Bindung stärkst. Sommerfeldt B, Du und dein Hund Verlag; 2023. ISBN: 9783911040020