Kräuterlexikon Tiermedizin

Brennnessel

Botanischer Name

Urtica dioica und Urtica urens

Indikationen / Anwendungsgebiete

  • Durchblutung
  • geschlechtsspezifisch (m)
  • Immunsystem
  • Niere & Blase

Verwendete Pflanzenteile

Kraut, Blatt, Samen, Wurzel

Vorkommen

Überall, besonders auf nährstoffreichen Böden. Brennnessel ist ein Stickstoffzeiger!

Erntezeit

  • Frische Blätter und Triebe im Frühjahr
  • Samen zur Reifezeit im Sommer
  • Wurzel im Herbst

Wichtige Inhaltsstoffe

Blätter und Kraut:
Kalium und Kalzium, Kiesel-, Ameisen- und Essigsäure, biogene Amine wie Histamin und Serotonin in den Brennhaaren, Flavonoide, Karotinoide und die Vitamine E und K. 

Wurzel:
Lektine, Polypeptide, Polysaccharide, Gerbstoffe

Samen:
Fettes Öl, Schleim

Anwendung in der Tiermedizin

Blatt und Kraut bei rheumatischen Beschwerden, Harnwegsentzündungen, Nierengrieß.
Die Wurzel bei Prostatabeschwerden, äußerlich bei Haut und Haarproblemen.
Der Samen als Stärkungsmittel.

Volkstümliche traditionelle Anwendung

Zur Blutreinigung und Blutbildung, bei Gicht und Rheuma, bei Nieren und Blaseninfekten, zur Förderung des Milchflusses, zur Förderung der Fruchtbarkeit.

Der gestoßene Samen als wachstumsfördernder Zusatz im Welpenfutter, Kükenfutter oder um Pferde zu vitalisieren (Roßtäuschermittel).

Toxikologie

Nicht anwenden bei eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit, hohe therapeutische Dosierungen sollten nicht bei tragenden Tieren gegebene werden.

Verwechslungen & Verfälschungen

Kommen praktisch nicht vor.

Zubereitung

Als Futterzusatz, als Teeaufguss, als Presssaft.

Dosierung

  • Pferd 25 -50 g
  • Hund 1 g
  • Katze 0,5 - 1 g

Wie bei allen entwässernden Kräutern muss unbedingt auf ausreichende Tränke geachtet werden!

Zusätzliche Informationen

Von der Brennnessel, die fast weltweit verbreitet ist, sind in Mitteleuropa zwei Arten bekannt: Die Große Brennnessel (Urtica dioica) und die Kleine Brennnessel (Urtica urens). Wie wir es auch von einigen Hunderassen her kennen, können die Kleinen manchmal wesentlich aggressiver sein als die Großen, so ist es auch bei den Brennnesseln.

Die Große Brennnessel kann bis zu 1,5 m hoch werden und besitzt entweder männliche oder weibliche Blüten (zweihäusig), die Kleine Brennnessel wird nur 15 bis 45 cm hoch und hat sowohl männliche als auch weibliche Blüten an einer Pflanze.

Die Stängel und Blätter der Brennnessel sind mit verkieselten Brennhaaren besetzt, deren Spitzen bei Berührung winzige Wunden in die Haut bohren, in die sich dann das Nesselgift (u. a. Ameisensäure) ergießt. Schon ein zehnmillionstel Gramm des Gifts reicht aus, um Brennen und Jucken hervorzurufen.