Aromatherapie für Tiere – Sanfte Helfer aus der Pflanzenwelt

07/J

Bindung und Vertrauen: Wie naturreine Hydrolate helfen können

Viele Tiere erleben im Laufe ihres Lebens Unsicherheit, Stress oder Trennungserfahrungen – sei es durch ihre Vergangenheit als Straßenhund, Tierheimaufenthalte, Besitzerwechsel oder schlechte Erfahrungen mit Menschen. Das zeigt sich oft in Angstverhalten, Rückzug oder gerade bei Katzen auch durch Unsauberkeit.

Hier kommt die Stärke der Hydrolate ins Spiel: Sie helfen nicht, indem sie „überdecken“, sondern indem sie ausgleichen, beruhigen und neue emotionale Erfahrungen ermöglichen. Sie begleiten einen Prozess – ohne zu dominieren.

Was sind Hydrolate eigentlich?

Hydrolate entstehen bei der Wasserdampfdestillation ätherischer Öle. Sie enthalten einen geringen Anteil ätherischen Öls, die wasserlöslichen Stoffe der Pflanze sowie das, was beim Transformationsprozess der Destillation neu entsteht. Pflanzenwasser enthalten somit feine pflanzliche Wirkstoffe, sind aber wesentlich milder als die Anwendung ätherische Öle. Deswegen nennt man sie auch die „sanfte Schwester der ätherischen Öle“. Die Hydrolate sind durch ihren geringen Anteil flüchtigen Öls besonders gut verträglich. Das ist besonders vorteilhaft für Tiere, deren Geruchssinn deutlich sensibler ist als der des Menschen. Sie sind auch für den Einsatz bei Katzen geeignet.

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Pflege, Juckreiz und saubere Ohren

Hydrolate wie Rosmarin, Melisse oder Weihrauch sind leicht antibakteriell, pilzhemmend und entzündungshemmend und damit ideal für die tägliche Tierpflege. Zur Ohrenreinigung kann man 2 ml kolloidales Silberwasser in eine Spritze aufziehen und zwei, drei Pumpstöße Pflanzenwasser dazu geben. Anschließend die Spritze in ein Glas warmes Wasser stellen. So erwärmt, erschrecken Tiere weniger, wenn man davon einige Tropfen zur Ohrenpflege nutzt. Immortellen Hydrolat wird auch gerne gegen Juckreiz eingesetzt. Die sanfte Wirkung der Aromapflege unterstützt die Regeneration und das Wohlbefinden – ganz ohne synthetische Zusätze.

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Aromatherapie mit Hydrolaten

Die Pflanzenwässer können noch mehr. Sie wirken nicht nur körperlich, sondern auch über das limbische System, also den emotionalen Bereich des Gehirns – bei Tieren wie bei Menschen. Das Riechorgan und das Emotionszentrum sind dabei direkt miteinander verknüpft, sodass die Hydrolate ohne Umweg über die Großhirnrinde wirken können. Es ist bekannt, dass Störungen im limbischen System bei Menschen zu Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsveränderungen führen können. Pferde, Hunde und Katzen verfügen sogar über ein weiteres Sinnesorgan zur Geruchswahrnehmung: das Jakobson-Organ. Es sitzt an der Innenseite des Gaumens und kann Pheromone oder auch andere Duftstoffe wie Sexualhormone wahrnehmen. Das Flehmen der Pferde oder das Zähneklappern der Hunde unterstützt diese Form der Geruchswahrnehmung.

Hier zeigt sich der deutliche Vorteil von den, im Gegensatz zu ätherischen Ölen, wasserlöslichen Hydrolaten. Die sanften Pflanzenwässer können in vielen Situationen unterstützend wirken oder neue, positive verknüpfte „Dufterinnerungen“ schaffen. Sie wirken angstlösend, beruhigend und harmonisierend.

Hydrolate können in folgenden Situationen eingesetzt werden bei:

  • Stress 
  • generelle Ängstlichkeit
  • Traumata und Unsicherheiten 
  • Trennungsangst und Verlust
  • Unsauberkeit, gerade bei Katzen
  • Training und Vertrauensaufbau
  • Transport, Reise
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Emotionale Brücken bauen

Hydrolate wirken nicht isoliert – ihre Stärke liegt im Kontext: dem sicheren Raum, der ruhigen Stimme, der achtsamen Berührung. In der Bindungsarbeit mit Tieren und Menschen, sei es im Tiertraining, in der Verhaltenstherapie oder im Alltag mit einem neuen Familienmitglied, ist diese Hilfe sehr wertvoll. Und Hydrolate wirken nicht isoliert auf das Tier, sondern sie beziehen auch immer den Menschen mit ein. Denn auch er nimmt den Duft beim Einsatz der Hydrolate mit auf. Sie entfalten ihre Wirkung also ganzheitlich beim Mensch-Tier-Team. Wichtig ist ein behutsamer, respektvoller Einsatz: Unsere Vierbeiner sollten immer frei entscheiden dürfen, ob sie den Duft zulassen möchten. Beobachtung der Körpersprache ist dabei essenziell. Positive Erfahrungen mit Hydrolaten können das Vertrauen zwischen Mensch und Tier langfristig stärken und die Bindung vertiefen.

Hydrolate in der praktischen Anwendung beim Tier

Auch wenn jedem Hydrolat bereits eine bestimmte Wirkung zugeschrieben wird, kann es hilfreich sein, die letztendliche Entscheidung welcher Duft zum Einsatz kommt dem Tier zu überlassen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn wir die Hydrolate im seelischen Bereich wirken sollen. Dafür eignet sich ein Test-Set mit verschiedenen Gerüchen besonders gut. Wir bieten dir 12 verschiedenen Gerüche in Bio-Qualität. Daraus kann eine Vorauswahl getroffen werden, die dann unverdünnt auf ein Stück Papier oder den eigenen Handrücken gesprüht und dem Tier zum Beschnuppern hingehalten wird. Die Reaktionen gehen von genüsslichem Abschlecken, über ein dezentes Abwenden bis hin zur Flucht ergreifen und zeigen meist sehr deutlich, welcher Duft erwünscht ist. Und wer weiß, vielleicht hast du und dein Tier sogar einen gemeinsamen Lieblingsduft.

Anwendungsmöglichkeiten:

  • Raum- und Umgebungsduft, so kommen Mensch und Tier gemeinsam in den Genuss
  • Auf eine Decke, Halsband oder Halfter sprühen
  • Einige Sprühstöße eines frischen Hydrolats ins Trinkwasser oder aufs Heu geben
  • Anwendung auf Fell oder Pfoten
  • Sanft einmassieren (sensible Tiere können beim Sprühgeräusch erschrecken, in diesem Fall sollte das Hydrolat vorher auf die eigene Handfläche gesprüht und dann vorsichtig im Fell verteilt werden)

Pflanzenwasser sind eine wunderbare Möglichkeit, Tiere auf sanfte, natürliche Weise zu begleiten – ob im Alltag, zur Pflege oder in der therapeutischen Arbeit. Ihre Anwendung ist unkompliziert, aber wirkungsvoll. Sie fördern Wohlbefinden, Vertrauen und Entspannung und damit eine tiefere Verbindung zwischen Tier und Mensch.

Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, für den haben wir auch ein Podcast Aromatherapie bei Tieren