Sanftes Geleit: Sterbebegleitung bei Hunden und Katzen

07/J

Sterbebegleitung Summary

Sanftes Geleit – Sterbebegleitung bei Hunden & Katzen

Hunde und Katzen sind für viele Menschen weit mehr als nur Begleiter, sie sind Familienmitglieder, Seelentröster, Lebensgefährten und beste Freunde. Der Moment, in dem der Abschied näher rückt, ist von Trauer, Angst und oft auch Unsicherheit geprägt. Doch jeder Lebensweg geht einmal zu Ende und unsere Vierbeiner gehen den letzten Weg oft ganz selbstverständlich, wenn sie hierbei von der Liebe und dem Verständnis ihres Besitzers begleitet werden. Als Tierhalter stehen wir in diesem Moment vor der tief berührenden Aufgabe, den letzten Abschnitt des Lebens mit unserem geliebten Tier gemeinsam zu gehen. Damit am Ende statt Hektik Ruhe und Frieden einkehren dürfen, ist es ratsam, sich rechtzeitig mit diesem komplexen Thema auseinander zu setzen. Denn Behutsamkeit und Verständnis für den Sterbeprozess gewährleisten, dass in diesen letzten innigen Momenten alles so abläuft, wie es für das sterbende Tier wünschenswert ist.

Sterbebegleitung Titelbild

Sterbebegleitung bedeutet Achtsamkeit, Respekt und Geduld

Wenn sich die letzten Tage oder Wochen des Lebens nähern, wünschen sich viele Tierhalter, ihren Hund oder ihre Katze auf natürlichem Weg zu Hause sterben zu lassen. Dies ist oft möglich, es verlangt jedoch Empathie, Wissen und manchmal auch die Bereitschaft, die eigenen Ängste zu überwinden. Doch besonders bei Hunden und Katzen ist die Sterbebegleitung von einer tiefen Verbundenheit und gegenseitigem Vertrauen geprägt, so dass der liebende Tierhalter sich die Begleitung in den letzten Lebensmomenten ruhig zutrauen darf. Wichtig ist es, geduldig zu sein und sich Zeit zu nehmen, um das Tier in dieser Zeit nicht zu überfordern. Es muss nicht mehr „funktionieren“, sondern darf einfach sein, auch mit all seiner Müdigkeit und Stille. Die Zeit muss nun keine Rolle mehr spielen, denn so wie jedes Lebewesen in seinem individuellen Tempo geboren wird, so sollte auch das Sterben in der vom Sterbenden benötigten Geschwindigkeit verlaufen dürfen. Manchmal kann sich das Tier dabei ungewohnt verhalten oder den Kontakt ablehnen. Dies gilt es zu akzeptieren, denn es ist Teil des Loslöseprozesses.

Auch die Stunden des Abschiednehmens sind noch kostbare gemeinsame Zeit. Sie dürfen schmerzhaft sein, aber auch friedlich und erfüllend. Viele Menschen gestalten diesen Weg ganz bewusst mit Kerzen, Gebeten, Affirmationen, einer Lieblingsmusik oder einfach mit stiller Präsenz. Letzte gemeinsame Rituale wie die Gabe der Lieblingskekse, ein letzter gemeinsamer Sonnenuntergang oder das Aufsuchen der vom Tier besonders bevorzugten Plätze in Garten oder Haus helfen auch den Menschen, mit der Situation Frieden zu schließen.

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Die Sterbephasen bei Hund und Katze

Der Sterbeprozess vollzieht sich oft in mehreren Etappen. Je nach Alter, Krankheit und individueller Konstitution können die letzten Lebensphasen Stunden, Tage oder auch Wochen dauern. Die einzelnen Phasen sind in vielen Traditionen eng mit den Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum verknüpft. Die Elemente stellen dabei nicht nur die Basis des Lebens dar, sondern sie gehen auch während der im Sterben stattfindenden Wandlungsprozesse fließend ineinander über. In der Erdphase verliert der Körper seine Harmonie, die Kraft geht zu Ende. Das Tier beginnt sich zurückzuziehen und reagiert verlangsamt auf Umweltreize. In der darauffolgenden Wasserphase verliert der Körper zunehmend die Kontrolle über die normalen Abläufe und Regelkreise und es beginnt der innere Ablöseprozess. Oft wird die Nahrung verweigert und es tritt ein süß-saurer Körpergeruch auf. Auch kann es zum Verlust von Ausscheidungen wie Kot oder Urin kommen. Viele Tiere suchen nun Ruhe in ihrer vertrauten Umgebung, oft in der Nähe der vertrauten Bezugsperson. Die nun folgende Feuerphase ist oft die schwierigste Phase für das Tier und seinen Besitzer. Sie stellt ein letztes Aufbäumen dar und es können starke Unruhe, Lautäußerungen, Schmerzen, Desorientierung, Zittern oder auch Fieber auftreten. Nun folgt die Luftphase, in welcher sich die Atmung verändert. Nach einem letzten kräftigen Ausatmen kommt es zum Atemstillstand, auf welchen nacheinander das Herz und die anderen Organe versagen Das körperliche Sterben ist abgeschlossen und es folgt die letzte Phase, in welcher sich die Seele vom Körper löst, der nun nur noch als leere Hülle zurückbleibt.

Viele Tierfreunde glauben an das Leben nach dem Tod, an ein Wiedersehen hinter der Regenbogenbrücke. Jede Form des Glaubens kann helfen, den schmerzhaften Verlust zu verarbeiten und neue Kraft zu schöpfen.

Sterbehilfe durch Euthanasie als letzter Liebesdienst

Immer wieder gibt es im Rahmen der Sterbebegleitung Momente, in denen das Leiden zu groß wird und ein Weiterexistieren für das Tier selbst untragbar wird. In der Praxis sind dies oft Zustände, die mit starken Schmerzen, Atemnot oder schweren Bewegungseinschränkungen bis hin zur Bettlägerigkeit verbunden sind. In diesen Momenten kann das kontrollierte und sanfte Einschlafenlassen durch Euthanasie die bessere Variante sein und den letzten Akt der Menschlichkeit und Nächstenliebe darstellen. Ein Tier einschläfern zu lassen ist niemals eine einfache Entscheidung, es kann jedoch unnötiges Leiden verhindern. Mobil arbeitende Tierärzte und Tierheilpraktiker können bei der Einschätzung helfen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.  Einschläfern darf es aber nur der Tierarzt und viele bieten einen Hausbesuch in diesem Fall, sodass das Tier seine vertraute Umgebung nicht verlassen muss. Das Wissen um den Sterbeprozess und eine gute Vorbereitung bieten daher auch die Möglichkeit, sich rechtzeitig ein hilfreiches „Drumherum“ einzurichten.

Aromatherapie und Tierkommunikation als sanfte Hilfe

Auch in der Sterbebegleitung kann die Naturheilkunde wertvolle Unterstützung leisten. Zwar geht es hier nicht mehr um Heilung, aber es können belastende Symptome gemindert und die Energiearbeit positiv beeinflusst werden. Neben dem Einsatz von Bachblüten hat sich die Aromatherapie in der Sterbebegleitung fest etabliert, da neben dem Tier auch der Tierbesitzer gleich mit behandelt wird. Durch Wasserdampfdestillation gewonnene Hydrolate eignen sich in diesem Kontext besonders gut, weil sie sanfter wirken und weniger intensiv riechen als die entsprechenden ätherischen Öle. Das Hydrolat der Rosenblüte wirkt beruhigend und fördert das Vertrauen in die natürlichen Vorgänge, der Loslöseprozess wird sanft unterstützt und es kehren Ruhe und Frieden ein. Auch das Hydrolat der Atlaszeder kann in der Zeit des Abschiednehmens ein guter Helfer sein. Es wirkt stark erdend und unterstützt die spirituelle Arbeit in der Sterbebegleitung. Aufgrund seiner beruhigenden und schmerzlindernden Wirkung kann es in hektischen Phasen, in welchen das Tier Unruhe zeigt, unverdünnt auf das Fell des Tieres oder die Hände des Tierbesitzers aufgetragen werden oder als Raumduft den Prozeß begleiten.

Auf seelisch-emotionaler Ebene kann die Tierkommunikation in dieser sensiblen Zeit als Brücke zwischen Mensch und Tier, aber auch zwischen Leben und Tod fungieren. So kann das Tier befragt werden, welche Art der Unterstützung es gerade benötigt, ob es eine bestimmte Umgebung wünscht oder ob noch offene Themen aus den früheren Lebensjahren geklärt werden sollen. Es entsteht das Gefühl, dass der geliebte Vierbeiner gehört und respektiert wird, dass seine Stimme selbst im Sterben noch zählt. Auch nach dem physischen Tod kann die Tierkommunikation hilfreich sein. Wenn das Tier die Sterbephasen sehr schnell durchlaufen hat, wenn der Tod überraschend kam, oder das Tier mitten aus dem Leben gerissen wurde, kann über diese Art der Kommunikation noch einmal eine Verbindung hergestellt und Fragen beantwortet werden. Solche Erfahrungen können für den zurückbleibenden Tierbesitzer sehr hilfreich und trostspendend sein.

Auch wenn der Abschied schmerzt, kann man durch liebevolle Nähe, Achtsamkeit und sanfte Hilfsmittel das Sterben zu einem würdevollen Akt machen.

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Was bleibt sind tiefe Dankbarkeit und wundervolle Erinnerungen

Wenn ein Tier stirbt, verändert sich nicht nur seine Welt, sondern auch die seiner Bezugsperson. Doch als aufgeschlossener Mensch kann man auch daran wachsen, wenn man den beinahe intimen Moment des Sterbens mit seinem Tier geteilt hat. Das Bewusstsein für die eigene Vergänglichkeit steigt und solche Momente lehren uns, im Hier und Jetzt zu leben und jeden noch so kleinen Moment zu genießen. Die Wertschätzung verändert sich weg von den materiellen Dingen hin zu tiefer Dankbarkeit für Leben und Gesundheit.

Trauern ist ein äußerst individueller Prozess. Manche Menschen benötigen Stille, andere sprechen mit Freunden oder suchen Austausch in Foren. Der Verlust eines Tieres ist real, intensiv und verdient Raum, die Traurigkeit über den Verlust des Seelengefährten muss daher unbedingt zugelassen werden. Nach all der Fürsorge für den Liebling darf sich aber nun der Mensch auch wieder um sich selbst kümmern und heilen. Naturheilkundliche Unterstützung kann auch hier helfen, die eigene Balance wiederzufinden. So haben sich die Hydrolate von Rose und Immortelle in der Trauerarbeiter als ausgleichend und harmonisierend bewährt. Immortellenhydrolat bringt zusätzlich Licht und Leichtigkeit in den neuen Lebensabschnitt, so dass der Verlust des Seelengefährten besser bewältigt werden kann. Man sollte dabei immer geduldig mit sich selbst sein und keine großen Schritte erwarten. Auch Rituale haben sich in der Trauerphase bewährt. So kann beispielsweise ein Baum gepflanzt, ein Gedenkbereich gestaltet oder ein letzter Brief an den verstorbenen Seelengefährten geschrieben werden.

Mit Sicherheit bleibt von jedem geliebten Tier auch nach seinem Abschied etwas bestehen: Dankbarkeit, Erinnerung und die stille Gewissheit, dass wir es auf seinem letzten Weg nicht allein gelassen und bis zur letzten Minute begleitet haben.

Weiterführende Literatur

Arndt, S., & Kriegel, P. (2013). Wenn Tiere ihren Körper verlassen: Sterbebegleitung für Tiere. Aquamarin Verlag.

Günther, M. (Hrsg.). (1998). Das Totenbuch der Tibeter. Diederichs Verlag.

Sonnenschmidt, R. (2002). Exkarnation – Der große Wandel: Sterben und Tod im Lichte der Medialität, Homöopathie, Farb- und Baumenergien. Verlag Homöopathie + Symbol.

Smith, P. (2013). Tiere erzählen vom Tod: Wie Tiere ihr Sterben erleben und den Weg ins Licht finden. Reichel Verlag.