Ausleiten: Der sanfte Neustart für dein Pferd

08/J

Ausleitung Pferd Titelbild

In unberührter Natur ist das Pferd über seine Nahrung und die Umwelt nur in sehr geringem Maße mit Schadstoffen konfrontiert. Über frisches Gras, sauberes Wasser und reine Luft nimmt es dort fast ausschließlich lebenswichtige Nährstoffe auf. Heute jedoch wirken auf das Pferd viele zusätzliche Belastungen ein. Dazu zählen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Heu oder Stroh, Abgase, Schwermetalle aus der Umwelt, Medikamentengaben oder auch Futtermittelzusätze mit minderwertigen Inhaltsstoffen. Diese Faktoren können den Stoffwechsel belasten und dazu führen, dass die Entgiftungsorgane wie Leber, Nieren, Darm und Haut an ihre Grenzen stoßen. So können sich Probleme schleichend und vom Tierbesitzer unerkannt entwickeln, wenn nicht regelmäßig gegengesteuert und der Vergiftungskreislauf unterbrochen wird.

Ausleitung Pferd Summary

Die zentrale Rolle von Leber und Nieren

Die Leber ist mit einem Gewicht von 5-6 kg das größte Organ im Pferdekörper und übernimmt vielfältige Aufgaben. Sie filtert Schadstoffe aus dem Blut, wandelt fett- und wasserlösliche Gifte in ausscheidbare Formen um und gibt Nährstoffe frei, die der Organismus benötigt. Die Leber selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren, sie leidet still. Das Organ zeigt bei einer Überlastung daher erst viel zu spät Symptome, wenn seine Leistungsfähigkeit bereits stark eingeschränkt ist.

Die Nieren filtern das Blut und scheiden die wasserlöslichen Abbauprodukte mit dem Urin aus. Auf diese Weise entfernen die Nieren harnpflichtige Substanzen wie Stoffwechselendprodukte, aber auch Medikamentenreste oder Giftstoffe aus dem Körper. Leber und Nieren arbeiten im Körper Hand in Hand. Beide Organe haben aufgrund ihrer Wichtigkeit sehr hohe Funktionsreserven. Selbst wenn Teile der Leber- oder Nierenfunktion ausfallen, können die übrigen Anteile ihre Arbeit verstärken und den Ausfall lange Zeit kompensieren. Die Blutwerte, die Funktionsstörungen von Leber und Nieren anzeigen, steigen daher zum Teil erst spät an, wenn bereits ein hoher Verlust der Organfunktion vorliegt. Blutkontrollen eignen sich somit nur bedingt, um Störungen in diesem System zu erkennen. Wenn Leber und Nieren dauerhaft überlastet sind, werden Toxine nicht mehr vollständig ausgeschieden, sondern lagern sich im Gewebe ab. Dies kann langfristig den gesamten Organismus beeinträchtigen, das Immunsystem schwächen, die Leistungsbereitschaft des Pferdes mindern und zu schweren Folgeerkrankungen führen.

Der enterohepatische Kreislauf – Fluch und Segen gleichzeitig

Der enterohepatische Kreislauf ist ein Recycling-System in unserem Körper, das vor allem für die Gallensäuren wichtig ist. Er sorgt dafür, dass diese nicht ständig neu gebildet werden müssen, sondern mehrfach verwendet werden können. Dies geschieht, indem am Ende des Dünndarms die meisten Gallensäuren über einen Kreislauf wieder ins Blut aufgenommen und zurück zur Leber transportiert werden. Angesichts der vielfältigen Belastungen unserer Zeit hat dieser Vorgang jedoch eine Schattenseite. Denn über den Kreislauf gelangen auch bereits mit der Gallenflüssigkeit ausgeschiedene Toxine aus dem Darm wieder zurück in den Blutkreislauf und die Leber. So zirkulieren Schadstoffe mehrfach durch den Körper, ein Teufelskreis, der die Entgiftungsleistung zusätzlich schwächt.

Der Darm als unterschätztes Entgiftungsorgan

Oft wird beim Thema Entgiftung und Ausleitung nur an Leber und Nieren gedacht. Doch der Darm des Pferdes hat neben seiner Rolle als Verdauungsorgan ebenfalls eine entscheidende Bedeutung. Er ist nicht nur für die Aufnahme von hochwertigen Nährstoffen zuständig, sondern auch für die Ausscheidung von Giftstoffen über den Kot. Eine gesunde Darmschleimhaut wirkt dabei wie eine selektive Barriere. Sie lässt wertvolle Nährstoffe ins Blut, hält jedoch Schadstoffe und Krankheitserreger zurück. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Darmflora. Sie besiedelt die Darmschleimhaut, verdrängt schädliche Mikroorganismen, neutralisiert und bindet Toxine, so dass diese mit dem Kot ausgeschieden werden. Sowohl eine gereizte Darmschleimhaut als auch eine gestörte Darmflora mit Fehlgärungen können dazu führen, dass von der Leber bereits ausscheidungsfähig gemachte Schadstoffe wieder ins Blut gelangen und die Entgiftungsorgane zusätzlich belasten. Der Darm muss daher bei Ausleitungskuren unbedingt mit bedacht und unterstützt werden.

Natürliches Zeolith ist ein Mineral vulkanischen Ursprungs, welches durch seine besondere Struktur eine wichtige Rolle in der Ausleitung einnimmt. Im Darm des Pferdes kann Zeolith durch seine enorme Oberfläche und seinen dreidimensionalen Aufbau enorme Mengen an Schwermetallen und Stoffwechselgiften binden. Diese unerwünschten Substanzen werden so nicht wieder in den Organismus aufgenommen, sondern über den Kot ausgeschieden. Dadurch wird der gesamte Stoffwechsel entlastet und die natürlichen Entgiftungsorgane müssen weniger Arbeit leisten. Zeolith kann außerdem dazu beitragen, ein günstiges Umfeld für eine stabile Darmflora zu schaffen. Gleichzeitig wird die Schleimhaut geschützt, was die Barrierefunktion des Darms stärkt.

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Woher kommen all die Gifte?

Pferde nehmen täglich mit ihrer Fütterung mehr Schadstoffe auf, als wir vermuten. Das beginnt beim Heu von artenarmen Wiesen, das oft mit Pilztoxinen belastet ist, geht über Silage und Heulage mit ungünstiger Gärung bis hin zu Rückständen aus Pestiziden und Herbiziden wie Glyphosat. Auch Wurmkuren, Medikamente, Impfzusätze aus Aluminiumverbindungen, synthetische Vitamine und minderwertige Zusatzstoffe in Futtermitteln summieren sich zu einer dauerhaften Belastung.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die Schwermetallbelastung unserer vierbeinigen Lieblinge. Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Quecksilber können sich im Pferdekörper anreichern und die Funktion der Entgiftungsorgane stark beeinträchtigen. Sie gelangen oft über belastetes Heu und Getreide, welches auf kontaminierten Böden gewachsen ist, oder über das Trinkwasser in den Organismus. Auf Weiden, die sich in der Nähe verkehrsreicher Straßen befinden, liegt häufig eine dünne Staubschicht aus Schwermetallen, die mit dem Grasen vom Pferd aufgenommen wird. Solche Pferde sind besonders großen Belastungen ausgesetzt und müssen vom Tierhalter auf Symptome einer Überlastung der Entgiftungsorgane beobachtet werden.

Die Entsäuerung als Bestandteil der Ausleitung

Ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis ist für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Pferdes entscheidend. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, spricht man von Übersäuerung. Dabei sammeln sich saure Stoffwechselprodukte im Organismus an, die nicht mehr ausreichend über Niere, Haut oder Atmung ausgeschieden werden können. Wenn der Körper zu viele dieser sauren Stoffwechselprodukte einlagert, belastet dies langfristig den gesamten Körper, blockiert die Entgiftungsprozesse der Leber und schwächt die Widerstandskraft des Pferdes. Eine Übersäuerung des Stoffwechsels ist bei vielen Pferden ein zentrales Problem. Man kann es riechen, sowohl am Schweiß als auch am Kot. Basische Mineralstoffmischungen mit Natriumbicarbonat lösen Säuredepots im Bindegewebe auf und stabilisieren ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht. Diese Basenpulver sorgen auch dafür, dass die körpereigenen Enzyme wieder optimal arbeiten können und die Ausscheidung über die Nieren reibungslos funktioniert.

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Wann ist eine Ausleitung notwendig?

Viele Pferde wirken auf den ersten Blick gesund. Sie besitzen ein dichtes, glänzendes Fell, eine gute Kondition und klare Augen. Kommt es zu einer Überlastung der Entgiftungsorgane, können zunächst eher unspezifische Symptome wie mattes Fell, Müdigkeit, ein geschwächtes Immunsystem, verminderte Leistungsfähigkeit oder schlechte Wundheilung auftreten. Werden diese Anzeichen ignoriert, kann es zu dauerhaften Organschäden kommen. Es treten Hautprobleme (Ekzem, Mauke, Raspe), Hufprobleme (Hufgeschwüre, Risse, Hufrehe), Verdauungsstörungen (Kotwasser, Koliken), angelaufene Beine, Muskelverspannungen und Kreuzverschlag auf. Auch Stoffwechselstörungen wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS) und viele Atemwegserkrankungen des Pferdes sind Folgen einer Übersäuerung und einer Überlastung der Entgiftungsorgane. Eine Ausleitung sollte daher spätestens dann in Betracht gezogen werden, wenn die genannten Probleme auftreten.

Auch wenn Leber und Nieren des Pferdes besonderen Belastungen ausgesetzt waren, ist eine sanfte Ausleitung empfehlenswert. Dies kann zum Beispiel nach wiederholten Medikamentengaben, Wurmkuren oder Impfungen notwendig sein. Darüber hinaus hat es sich bewährt, den Organismus vorbeugend regelmäßig im Frühjahr und im Herbst zu unterstützen. Gerade in diesen Übergangszeiten steht der Körper durch den Fellwechsel und den jahreszeitlich bedingten Stoffwechselumstellungen vor besonderen Herausforderungen. Eine gezielte Ausleitung hilft, die Entgiftungsorgane zu entlasten, den Stoffwechsel ins Gleichgewicht zu bringen und das Immunsystem für die kommende Saison zu stärken.

PerNaturam Ausleitungspakete: Ausleitung beim Pferd leicht gemacht

Das alles hört sich kompliziert an? Mit uns wird Ausleitung einfach, denn unsere Ausleitungspakete enthalten bereits alle benötigten Produkte, eine Beschreibung der einzelnen Bestandteile sowie eine ausführliche Anleitung. Die ebenfalls enthaltene tabellarische Übersicht vereinfacht zusätzlich die zeitliche Abfolge bei der Gabe der Einzelprodukte. In unseren verschiedenen Ausleitungskuren werden Kräuter, Mineralstoffe, Toxinbinder und Basenpulver je nach Bedarf so kombiniert, dass sowohl fett- als auch wasserlösliche Giftstoffe gebunden und sicher ausgeschieden werden. Vom sanften Einstieg bis zur intensiven Kur: Das Ergebnis ist stets ein rundum gestärkter Organismus mit mehr Vitalität, Widerstandskraft und Wohlbefinden.

Sollte dein Pferd zum ersten Mal eine Ausleitung erhalten, empfehlen wir zunächst die kleine oder die mittlere Variante. Diese Varianten eignen sich auch bestens zur Vorbeugung, zum Beispiel im Rahmen von Herbst- oder Frühjahrskuren.

Sanfte und mittlere Ausleitungskur (42 Tage)

Du benötigst:
• 1 kg Rhenalind Nierenkräuter
• 1 kg Heparlind Leberkräuter
• 1 kg Weidenrinde & Mädesüß
• 900 g EquiZeolon

Optional bei bestehenden Leberproblemen ergänze für die mittlere Ausleitungskur bitte:
• 1 kg Leberpellets

Über die gesamten 42 Tage werden jeweils 50 - 70 g Rhenalind Nierenkräuter und Heparlind Leberkräuter abwechselnd im 3-Tage-Rhythmus gefüttert. Die ersten 6 Tage, danach im 3-Tage-Rhythmus werden ca. 40 g Weidenrinde & Mädesüß untergemischt. Die Kräuter können eingeweicht, inklusive Sud, oder auch trocken gefüttert werden. Bei bestehenden Leberproblemen sollte die Ausleitung im 3-Tage-Rhythmus mit 30 g Leberpellets ergänzt werden (=mittlere Kur). Dadurch werden die Leberzellen geschützt und ihre Regeneration angeregt. Zum Abbinden der Giftstoffe werden zusätzlich täglich 20 g EquiZeolon gut angefeuchtet unter das Futter gegeben.

Bei Vergiftungen mit Jakobs-Kreuzkraut, Sumpfschachtelhalm oder Herbstzeitlose benötigt die Leber dringend Hilfe durch die Mariendistel. In diesen Fällen empfehlen wir die große Ausleitungskur.

Große Ausleitungskur (40 Tage)

Du benötigst:
• 500 g SilyCholin
• 1 kg Rhenalind Nierenkräuter
• 1 kg Lüneburger Kräuter
• 1 kg Weidenrinde & Mädesüß
• 750 g Dezidum – Basenpulver
• 900 g EquiZeolon

SilyCholin (25 g) wird in den ersten 10 Tagen und nach einer Pause von weiteren 10 Tagen erneut für 10 Tage hinzugegeben. Über die gesamten 40 Tage werden jeweils 50 - 70 g Rhenalind Nierenkräuter und Lüneburger Kräuter abwechselnd im 5-Tage-Rhythmus gefüttert. Ebenfalls im 5-Tage-Rhythmus werden ca. 40 g Weidenrinde & Mädesüß untergemischt. Die Kräuter können sowohl eingeweicht, inklusive Sud, oder auch trocken gefüttert werden. Zum Abbinden der Giftstoffe werden zusätzlich täglich 20 g EquiZeolon gut angefeuchtet unter das Futter gegeben. Zur Entsäuerung ist es sinnvoll, in den zwei Wochen vor der Ausleitung täglich 25 g Dezidum – Basenpulver zu geben.

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Was gilt es zu beachten?

Die Ausleitung beim Pferd ist keine kurzfristige Maßnahme, sondern Bestandteil einer langfristigen Gesundheitsstrategie. Durch die gezielte Unterstützung von Leber, Nieren, Darm und Stoffwechsel kann der Organismus entlastet und die Ausscheidung von Giftstoffen, Schadstoffen und Schwermetallen gefördert werden.

Bevor du jedoch mit einer Ausleitung beginnst, solltest du sicher sein, dass die Leber deines Pferdes dazu in der Lage ist. Mit einem einfachen, bei uns erhältlichen Urintest kannst du feststellen, ob dein Pferd unter einer Entgiftungsstörung der Leber leidet, die als Kryptopyrrolurie (KPU) bezeichnet wird. Denn wenn dies der Fall ist, sollte die Erkrankung zunächst behandelt werden.

Bei Ausleitungskuren ist uns der persönliche Kontakt besonders wichtig.  Wir begleiten dich bei diesen Kuren und beraten dich individuell und kostenlos zu deinem Pferd. Wir haben Zeit für dich, rufe uns an oder schreiben uns eine E-Mail.

Telefon 06762 96362-299 oder beraterteam@pernaturam.de